Schleiferei bei Groh + Ripp

SCHLEIFEREI


Ein Lagenstein wird in den Siegelring eingeschliffen
Ein Lagenstein wird in den Siegelring eingeschliffen
Fertiger Siegelring mit Gravur

Ein grün-weißer Lagenstein wird in den Siegelring eingeschliffen (o. & m.)
Bis hin zum fertigen Siegelring reicht das Spektrum des Angebots an Gravuren (u.)

Wo der Zauber entsteht

In den Meister-Werkstätten von Groh + Ripp werden
die kostbarsten Schätze der Natur zu Kunstwerken.
Erst durch hingebungsvolle Arbeit entfaltet sich ihre
volle Schönheit.
 
Der erste Arbeitsschritt ist immer der Gang in einen der zahlreichen Rohsteinkeller der Firma – ein Lager, welches einer prallgefüllten Schatzkammer gleicht. Über mehrere Generationen wurden Steine aus aller Welt zusammengetragen, jeder von ihnen ein Unikat.
 
Betritt man einen dieser Lagerräume, so bieten sich wahre Schätze auf den silberfarbenen Regalen: Lapis, unterschiedliche Jade-Arten, Obsidiane, Quarze, Malachite und viele andere Materialien finden sich hier. Aus den groben Jute-Säcken schauen die zum größten Teil opaken Steine heraus und wollen bearbeitet werden.
 
Alles hat hier seine Ordnung. „Bei diesem immensen Lager ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Nur so können wir unsere Kunden optimal bedienen und bei der Realisierung der Wünsche beraten“, so Jürgen Brunk. der seit mehr als 15 Jahren als Gemmologe und Diamantgutachter bei Groh + Ripp arbeitet. Er ist mit Leib und Seele ein „Farbstein-Mensch“ – seine Augen beginnen zu leuchten, sobald er von der schier unerschöpflichen Vielfalt der Farb-Edelsteine, den Kristallen, vom Pleochroismus, von der Herkunft der Steine, von deren Schliffen und davon, wie dabei alles zueinander passt, spricht.

Die Keller sind unterteilt in opake und transparente Rohsteine, welche ihrer unterschiedlichen Verwendung zugeführt werden. Meist werden die opaken Materialien für technische Produkte oder Objekte verwandt. Die transparenten Rohsteine werden für hochwertigste Colliers, Anhänger oder Ringsteine ausgesucht und geschliffen. Hier bietet sich eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Farbsteinen. Die Roh-Kristalle in den Kellern, aber auch die geschliffenen Farbsteine, die in den Tresoren lagern, zeigen das ganze Farbenspektrum: Kunzite, Feueropale, Rubine, bunte Saphire, Smaragde, Aquamarine, Tsavorite, Opale, Mondsteine, Turmaline in allen erdenklichen Farben, Tansanite, Jade, Türkise – alles gibt es hier in ausgesuchten Qualitäten, Formen und Farben.

„Am Anfang steht bei uns immer der Kundenwunsch, der realisiert werden soll. Sobald wir wissen, was der Kunde möchte, geht alles ganz schnell. Wir empfehlen ihm einen entsprechenden Stein aus unserem Rohmaterial. Wir können auf nahezu alle Farben in nahezu allen Materialien zurückgreifen“, sagt Jürgen Brunk zufrieden.

 

Edelsteinschleifer bei der Arbeit
Geschliffene Lagensteine mit Wappen- und Monogramm-Gravuren
Angehender Jung-Meister Mirco Galle bei seiner Arbeit (o.)
Geschliffene Lagensteine mit Wappen- und Monogramm-Gravuren (u.)

Das Schleifen der kostbaren Steine erfordert Ruhe und Geschick.

Trotz des lauten Heulens der Sägen, mit denen die Steine zugeschnitten werden, und des Dröhnens der verschiedenen Schleif- und Poliermaschinen, umgibt die Werkstatt eine ruhige, fast magische Aura. Es riecht nach Holz, nach Metall und nach dem Staub der Edelsteine, nach Ölen, Wachs und nach Spiritus. Überall in der hellen Werkstatt glitzern und funkeln die kostbaren Steine um die Wette. Türkisfarbene Paraiba-Turmaline, orangefarbene Mandarin-Granate, Imperial Topase, Rubellite, Kunzite, Feueropale und viele mehr – alle scheinen das Licht der Werkstatt einzufangen und widerzuspiegeln. So kommen über 100 verschiedene Steinsorten zusammen, von denen jede ihre eigenen Besonderheiten und Eigenschaften hat. 

Beim Gang durch die Werkstätten wird deutlich, dass sich hier alles um die Realisierung von Kundenwünschen dreht: An einem Schleifrad sitzt der angehende Jung-Meister Mirco Galle, der Siegelringe und die dazu passenden Lagensteine einschleift. „Jeder Auftrag ist anders und jeder einzelne Stein hat seinen ganz eigenen Charakter“, sagt Schleifer Mirco Galle, „Darum ist die Arbeit ungeheuer abwechslungsreich und bleibt an jedem Tag spannend.“ 

Seit über 30 Jahren bietet Groh + Ripp vom Lagenstein bis hin zum fertigen Siegelring alle notwendigen Arbeiten. Auf aufwendige Weise werden individuelle Monogramme, Familienwappen oder auch selbstentworfene Motive in Lagensteine, Lapis, Onix oder auch in ausgefallenere Steinsorten wie Saphir, Turmalin oder Granat graviert, die dann in Ringe aus verschiedenen Materialien eingefasst werden.

Mit dem perfekten Schliff bekommt der Stein eine unendliche Tiefe. Jeder Blick darauf ist unterschiedlich.

In den Werkstätten werden auch komplizierteste Einschleifarbeiten angefertigt: Feinste Rubellite, Aquamarine, Peridot und goldene Berylle werden hier in Armspangen eingeschliffen, aber auch sehr kleinteilige detailverliebte Anfertigungen für verschiedenste Schmuckstücke entstehen hier. 

Einige anspruchsvolle Projekte, die mit CNC-Maschinen auf Form gebracht werden, erhalten in dieser Abteilung in Handarbeit ihr letztes, aufwendiges Finish.

Perfektion aus Meisterhand
Paraiba-Turmalin, fertig facettiert
Perfektion aus Meisterhand (o.)
Paraiba-Turmalin, fertig facettiert (u.)

Wieder und wieder hält der Lapidärmeister den Edelstein an das Schleifrad, bis endlich die gewünschte Perfektion erreicht wird.

Schneiden, Sägen, Ebauchieren – also das Schleifen auf Form – das Aufkitten der Steine auf Holzstöckchen und natürlich das Schleifen auf den vielen, unterschiedlichen Schleifrädern findet hier statt. Jürgen Brunk sucht die Rohsteine aus und bespricht sie mit den Schleifern und Lapidären. Jeder folgende Schritt ist eine kunstvolle Handarbeit. Immer wieder legen die Schleifer und Lapidäre die Steine in den richtigen Winkeln auf die Schleifräder und kontrollieren nach jeder Facette bedächtig das Zwischenergebnis. Stück für Stück werden aus den kostbarsten Schätzen der Natur Schmuckstücke von unwiderstehlicher Schönheit.

Das Licht bricht sich in den unterschiedlichen Winkeln der einzelnen, sorgfältigst angelegten Facetten und zeigt sich aus den unterschiedlichsten Perspektiven immer wieder in einem neuen Glanz.

Bei Groh + Ripp werden die Steine nicht auf Gewicht oder Größe, sondern auf Perfektion geschliffen, denn nur, wenn das Verhältnis der Facetten und der Winkel stimmt, kommt die volle Schönheit des Steines zur Geltung. Sogleich führt er vom Rohsteinlager aus in die Schleiferei und die Lapidär-Abteilung und erklärt die jeweiligen Arbeitsschritte bis aus einem Rohstein ein vollkommener Stein wird. 

Nicht alle Steine können facettiert werden. Viele der edlen Stücke werden auch zu Cabochons geschliffen. Meist hat das Rohmaterial Einschlüsse, und hier sind es nicht die winkelgenauen Facetten, die dem Stein Leben einhauchen – vielmehr sind es beispielsweise Hohlkanäle, kleine Nädelchen oder netzartige Naturschauspiele.

In vielen Mineralien werden mit diesem Schliff außergewöhnliche Einschlüsse sogar besonders betont und verleihen dem Stein eine ganz besondere Ästhetik. 

Besonders hochwertige Steine werden in der Lapidärabteilung geschliffen. Voller Konzentration und voller ungebrochener Faszination für die Schönheit der geschliffenen und rohen Steine gehen die Lapidäre hier ihrer einmaligen Arbeit nach. Unser Lapidärmeister ist ein Meister seines Faches – es gibt nur noch wenige Lapidäre, die ihr Handwerk so beherrschen wie er.  Ganz bedächtig führt er einen neon-türkis glänzenden Paraiba-Turmalin auf die Schleifscheibe und hält ihn dann gegen das Licht,  dreht ihn kritisch hin und her, dann legt er ihn an. Unzählige Male wiederholt sich der Vorgang, bis der Lapidärmeister letztlich zufrieden ist. Ein letztes Mal hält er den nun in schier unendlich vielen Facetten liegenden Stein in das  Licht. Und erst jetzt entfaltet sich die volle, atemberaubende Farbenpracht des Paraiba-Turmalins. 

Bei Groh + Ripp ist man stolz auf jeden Mitarbeiter, denn deren Hingabe und deren Perfektionismus sind beeindruckend – aber sie sind auch die Voraussetzung, um die anspruchsvollen Kunden zufriedenzustellen.